BELVEDERE 2021/22: Rückblick und Ausblick

2022 Wiedereröffnung des Unteren Belvedere mit Salvador Dalí

  • 2021 hat uns das Leben und Arbeiten mit der Krise gelehrt – wiewohl wir uns wünschen, sie wäre schon vorbei. Das Museum ist und bleibt gerade in diesen Zeiten ein Kraftort, an dem man aus der Kunst der Vergangenheit Distanz zur Gegenwart und aus der Kunst der Gegenwart Impulse der Resilienz gewinnen kann.
    Generaldirektorin Stella Rollig
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  • Wir hoffen auf eine signifikante Erholung im Jahr 2022. Realistischerweise müssen wir aber damit rechnen, dass das Vorkrisenniveau frühestens 2023, vermutlich aber erst 2024 erreicht werden kann.
    Wolfgang Bergmann, kaufmännischer Geschäftsführer
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Wien (OTS) - Das Museumsjahr 2022 startet mit der Wiedereröffnung des renovierten Unteren Belvedere und zwei großen Namen: Salvador Dalí und Sigmund Freud. Der Rückgang von Besuchszahlen und Einnahmen aufgrund der Coronapandemie ist 2021 ähnlich einschneidend wie 2020.

Generaldirektorin Stella Rollig: 2021 hat uns das Leben und Arbeiten mit der Krise gelehrt – wiewohl wir uns wünschen, sie wäre schon vorbei. Das Museum ist und bleibt gerade in diesen Zeiten ein Kraftort, an dem man aus der Kunst der Vergangenheit Distanz zur Gegenwart und aus der Kunst der Gegenwart Impulse der Resilienz gewinnen kann.

Die dritte und die vierte Pandemiewelle mit Lockdowns und Reisebeschränkungen führten dazu, dass das Belvedere im Jahr 2021 wie schon 2020 einen Besuchsrückgang von achtzig Prozent im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie zu verzeichnen hat.

Wolfgang Bergmann, kaufmännischer Geschäftsführer: Wir hoffen auf eine signifikante Erholung im Jahr 2022. Realistischerweise müssen wir aber damit rechnen, dass das Vorkrisenniveau frühestens 2023, vermutlich aber erst 2024 erreicht werden kann.

Das Belvedere nutzte das Jahr 2021 für bauliche und infrastrukturelle Investitionen: Mit der technischen Aufrüstung des Unteren Belvedere wurden Brandschutz, Sicherheits- sowie Klimatechnik auf den neuesten Stand gebracht. Eine optimierte Wegeführung, der Ausbau der Barrierefreiheit und die Etablierung eines Cafés erhöhen die Besuchsqualität. Im Dezember wurde eine weitere Etappe im mehrjährigen Fenstersanierungsprogramm umgesetzt.

Die Konzentration auf die eigene Sammlung erwies sich in der Ausstellungstätigkeit als Stärke: Mit den umfangreichen Ausstellungen Avantgarde und Gegenwart im Belvedere 21 und Bessere Zeiten? Waldmüller und das Wiener Biedermeier im Oberen Belvedere wurden nicht nur die Sammlungsbestände durchforstet und in neuen und überraschenden Konstellationen präsentiert, sondern auch eingeführte Topoi der Kunstgeschichte kritisch überarbeitet.

2021 waren im Oberen Belvedere und im Belvedere 21 insgesamt 18 Ausstellungen zu sehen, darunter eine große Schau zu Joseph Beuys anlässlich dessen einhundertsten Geburtstags. Der Erfolg der Ausstellung Klimt. Die Secession und Italien, die unter kuratorischer Leitung des Belvedere am 26. Oktober im Museo di Roma – Palazzo Braschi eröffnet wurde, übertrifft mit bisher knapp 70 000 Besucher_innen alle Erwartungen. Mit dem Digitalisierungsprojekt Klimt vs. Klimt. The Man of Contradictions realisierte das Belvedere in Zusammenarbeit mit Google Arts & Culture ein umfangreiches, breitenwirksames, online kostenlos zugängliches Forschungs- und Vermittlungsprojekt und bekräftigte damit die führende Rolle in der Forschung zu Österreichs berühmtestem Künstler. Die Verleihung des Österreichischen Umweltzeichens an das Belvedere als Grünes Museum erfolgte als offizielle Bestätigung der ökologisch-sorgsamen Museumsarbeit.

2022: An den drei Standorten des Belvedere sind 22 Ausstellungen geplant

Die lange angebahnte Salvador-Dalí-Ausstellung steht am Beginn eines Kunstjahres, in dem sich das Untere Belvedere in frischem Glanz zeigt, Sammlungsbestände in neuem Licht präsentiert werden und international renommierte Künstler_innen spezifische Projekte für ihre Auftritte in den Häusern des Belvedere entwickeln.

Das Untere Belvedere zeigt ab 28. Jänner die Schau Dalí – Freud. Eine Obsession, die den Einfluss des Psychoanalytikers Sigmund Freud auf das Werk Salvador Dalís darlegt. Nach mehr als einem Jahrzehnt wird damit dem berühmtesten Surrealisten wieder eine Ausstellung in Wien gewidmet – erstmals als Narration des Bezugs von Dalí zu dieser Stadt und zum Begründer der Psychoanalyse.

Ab 17. Februar widmet sich Viva Venezia! Die Erfindung Venedigs im 19. Jahrhundert dem Mythos der Lagunenstadt. Im Juni eröffnet eine Einzelausstellung zum Œuvre des Landschaftsmalers sowie – ab 1824 – Direktors der kaiserlichen Gemäldegalerie und Schlosshauptmanns des Belvedere Joseph Rebell. Im September beschäftigt sich die Ausstellung GROW. Der Baum in der Kunst in einem epochenumspannenden Rundblick mit mythischen, symbolischen, ökologischen, philosophischen und natürlich künstlerischen Aspekten der Beziehung des Menschen zum Baum.

Im Oberen Belvedere tritt ab 24. Februar der britische Künstler Marc Quinn mit seiner achtteiligen Werkserie Emotional Detox den berühmten „Charakterköpfen“ des barocken Bildhauers Franz Xaver Messerschmidt gegenüber, die ihn zu seinen Skulpturen inspiriert haben. Aus der Sammlung zeigt sich ab 18. März in Lebensnah realistische Malerei von 1850 bis 1950 als Spiegel ihrer sozialen Umwelt. In den Blick genommen wird ab April der Künstler Georg Eisler, und die Serie Carlone Contemporary ist Arbeiten von Lena Henke und Rona Pondick gewidmet.

Im Belvedere 21 nähert sich ab 24. März eine Themenausstellung dem (Kultur-)Phänomen Zeit – mit zeitgenössischen Fotos und Filmen aus der Sammlung des Belvedere. Nach der soeben eröffneten Personale von Ugo Rondinone sind ab 15. Juli im Hauptraum bildhauerische Arbeiten von Rebecca Warren zu sehen, die die britische Künstlerin für ihre erste Museumsausstellung in Österreich neu entwickelt. Ab 16. September wird die 1988 in der Slowakei geborene Stanislava Kovalcikova mit ihrer rätselhaft-figurativen Malerei als emerging artist vorgestellt. Einer der international führenden österreichischen Künstler, Gerwald Rockenschaub, zeigt ab 25. November eine radikal konzipierte Installation im Hauptraum.

Vom 18. bis 26. Februar ist im Belvedere 21 Wiens neues Medienkunstfestival CIVA unter dem Motto „Embodied Structures“ zu Gast. Für 2022 ist auch eine Kooperation mit den Wiener Festwochen geplant, darunter ein Projekt rund um den einhundertsten Geburtstag von Iannis Xenakis.

Das Public Program „Gemeinsame Wagnisse“ setzt Schwerpunkte mit „Feminismus und Diversität in Kunst und Kultur“ im März, „Queering the Belvedere“ im Juni, „Geschichten wiedererzählen“ über die Kriege im ehemaligen Jugoslawien im Sommer und dem Thema Ökologie im Herbst.

Das Belvedere Research Center setzt vom 17. bis 21. Jänner seine Tagungsreihe zur digitalen Transformation der Kunstmuseen fort: „Das Kunstmuseum im digitalen Zeitalter“ bringt eine Keynote von Max Hollein sowie Beiträge und Diskussionen von und mit mehr als 25 internationalen Referent*innen zu diesem essenziellen Thema heutiger Museumsarbeit.

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