Trotz großer Hitze: Wieder kein Hitzefrei für Fiakerpferde?

VGT appelliert an Fiakerbetriebe, an Tagen wie heute nicht auszufahren

Wenn die Fiakerunternehmer:innen so tierfreundlich sind, wie sie immer behaupten, reizen sie das Gesetz nicht bis auf das letzte Zehntelgrad aus, sondern fahren an Tagen wie heute gar nicht erst aus. Dass die meisten Betriebe auch an Tagen wie heute ihre Pferde in die Innenstadt treiben, zeigt klar – Freiwilligkeit ist zu wenig, es braucht einen Rechtsanspruch für Hitzefrei ab 30 Grad. Muss erst ein Pferd kollabieren, bis Tierschutzstadrat Jürgen Czernhorzsky seinen Job macht und endlich handelt?
Georg Prinz, VGT

Wien (OTS) - Heute klettern die Temperaturen in Wien auf bis zu 35 Grad. Das gesetzliche und heute dringend notwendige Hitzefrei für Wiens Fiakerpferde wird aber dennoch vorraussichtlich nicht erreicht werden. Denn: die Temperatur wird in der Operngasse im Schatten gemessen. Eine Wärmebild-Kamera-Messung des VGT ergab letztes Jahr 37,9 C° Lufttemperatur direkt beim Fiakerstandplatz Stephansplatz, als die Messtelle erst 32 Grad angezeigt hat und ein Hitzefrei noch weit entfernt war! Wenn dann doch die „magische“ 35 Grad-Grenze überschritten wird, darf noch die aktuelle Fahrt beendet werden, dann folgt die bis zu einstündige Heimfahrt. Und das alles in größter Hitze und bei Temperaturen jenseits der 35 Grad! Ein guter Grund, an Tagen wie heute erst gar keine Fahrt anzutreten.

Wenn die Fiakerbetreiber:innen behaupten, dass es in den Stallungen noch heißer wäre, ist dem zu entgegen, dass alle Tierhalter:innen laut Tierschutzgesetz dazu verpflichtet sind, für eine den Bedürfnissen der Tiere angemessene Temperatur zu sorgen. Die Wohlfühltemperatur von Pferden liegt bei 5-20 Grad. Zum Vergleich: Beim Menschen liegt diese (ohne Kleidung für den direkten Vergleich!) bei 25-30 Grad.

Georg Prinz vom VGT dazu: „Wenn die Fiakerunternehmer:innen so tierfreundlich sind, wie sie immer behaupten, reizen sie das Gesetz nicht bis auf das letzte Zehntelgrad aus, sondern fahren an Tagen wie heute gar nicht erst aus. Dass die meisten Betriebe auch an Tagen wie heute ihre Pferde in die Innenstadt treiben, zeigt klar – Freiwilligkeit ist zu wenig, es braucht einen Rechtsanspruch für Hitzefrei ab 30 Grad. Muss erst ein Pferd kollabieren, bis Tierschutzstadrat Jürgen Czernhorzsky seinen Job macht und endlich handelt?

In der Vergangenheit wurden vom VGT trotz angeblich lückenloser Kontrollen der Behörden immer wieder Verstöße gegen die ohnehin viel zu niedrige Hitzefrei-Regelung festgestellt. Auch heute und die gesamte restliche Woche wird der VGT vermehrt bei den Standplätzen unterwegs sein und die Einhaltung der Gesetze kontrollieren.

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