Fachtagung des BÖTM Destinationsnetzwerks: Was die aktuellen Krisen für den Tourismus bedeuten

Trotz der unsicheren Zeiten hat sich der Tourismus schneller erholt als erwartet. Jetzt sieht sich die Branche mit neuen Herausforderungen konfrontiert.

Riva del Garda (OTS) - Mit dem Burgenland und Wien als neue Landesgruppen im Verbund und einem Teilnehmerrekord mit mehr als 120 Touristikern fand das BÖTM Top Seminar erstmals außerhalb von Österreich, in Riva del Garda, statt. „Der Blick über den Tellerrand ist heute wichtiger denn je. Deshalb haben wir dieses Jahr bewusst den Gardasee als Tagungsort gewählt. Einerseits um Einblicke in die Arbeit unserer Nachbarn im Trentino zu erhalten, andererseits haben wir mit spannenden Speakern abseits der Tourismusbranche wichtige Inputs außerhalb der alltäglichen Tourismus-Bubble bekommen“, freute sich BÖTM-Präsident Mathias Schattleitner. Erstmals sind alle neun Bundesländer im Netzwerk vereint. Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien folgten der Einladung von BÖTM-Generalsekretär Christian Schirlbauer, der die operativen Geschicke des BÖTM leitet.

Gesamtbevölkerung als Zielgruppe sehen

„Tourismusmanager sind ja keine homogene Gruppe. Dennoch sind sie mit klischeehaften Vorurteilen konfrontiert“, sagt Politikwissenschafter Peter Filzmaier, der online zugeschaltet war. Menschen denken in Bildern. Sie haben auch sehr bildhafte Klischees im Kopf, wenn es um Tourismus geht. „Und sie haben eine starke Meinung dazu.“ Daher müsse die Branche die Gesamtbevölkerung als Kommunikationszielgruppe sehen. Und nicht nur potentielle Gäste ansprechen. Weiters sieht Filzmaier derzeit niemanden, der das Sprachrohr des Tourismus ist. Das sei allerdings wichtig, um mit einer Stimme zu sprechen.

Drei Phasen der Herausforderungen

„Wenn man nicht am Produkt arbeitet wird man mit Kommunikation alleine nicht weiterkommen“, ergänzt Oskar Schwazer von Garda Trentino Tourismus. Gäste werden zu Markenbotschaftern. Stichwort Google Bewertungen. Die Destination wird immer weniger zum Absender der Kampagne. „Das übernimmt immer mehr der Endverbraucher bzw. der Gast selbst.“ Daher ist es unumgänglich, am touristischen Produkt weiter zu arbeiten.

Der Fachkräftemangel war laut Schwazer vorhersehbar. „Wir sind jetzt in Phase zwei. Vorher gab es die Challenge, Gäste anzulocken. Jetzt haben wir die Competition, fähige Mitarbeiter zu finden. Die dritte Phase wird die Competition für die Einheimischen sein. Wenn wir heute nicht die Weichen stellen, wird uns diese Phase vor größte Herausforderungen stellen“, so Schwazer. Daher müsse man die Destinationen ganzheitlicher gestalten, damit Mitarbeiter bleiben. Und es braucht flexible Zeitmodelle.

Tourismus erholt sich schneller als erwartet

„Vor einem Jahr hat sich niemand gedacht, dass Corona derzeit unser geringstes Problem sei“, sagt Ulrike Rauch-Keschmann von Bundesministerium für Tourismus.

Der Tourismus habe sich nach der Pandemie deutlich schneller erholt als erwartet. Man liegt nur wenige Prozentpunkte hinter dem 2019er Jahr. Dennoch werde der kommende Winter wohl noch kurzfristigere Buchungen als bisher mit sich bringen. „Klimawandel, Energiekrise, Mitarbeitermangel - die Herausforderungen werden nicht weniger“, so Rauch-Keschmann. Daher braucht es Netzwerke wie das Destinationsnetzwerk des Bundesverbandes Österreichischer Tourismusmanager.

Über den BÖTM

Das BÖTM Destinationsnetzwerk ist das offizielle Netzwerk der Tourismusregionen in Österreich und verbindet über 250 Mitglieder in allen neun Bundesländern. „Auch deshalb werden wir wahrgenommen und haben an Bedeutung gewonnen“, sagt Generalsekretär Christian Schirlbauer. Mit Christina Wieser erhält der BÖTM eine neue Operation Managerin, die Schirlbauer unterstützen wird. Das Ziel des BÖTM ist die Stärkung der regionalen Tourismuseinheiten, der Wissens- und Erfahrungsaustausch, sowie das Fördern von Kooperationen und Weiterbildungsmöglichkeiten im Tourismus. Jährlich findet das BÖTM Top Seminar in verschiedenen Tourismusdestinationen statt. Das Seminar wird von Lisa Loferer (Geschäftsführerin TVB Bad Gastein) und Christian Schirlbauer (BÖTM Generalsekretär) organisiert. Das nächste BÖTM Top-Seminar wird von 4.-6.Oktober 2023 in Kärnten stattfinden. Informationen unter: www.boetm.at

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