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ÖHV zu Mitterlehners Tourismus-Halbzeitbilanz

Schellhorn warnt vor Jubel: Für die Betriebe ist die Krise noch nicht vorbei.

Wien (TP/OTS) - Trotz positiver Entwicklung bei Ankünften und Nächtigungen bereiten vor allem Zimmerpreise und Umsätze weiter Sorgen: Mehr Arbeit bei stagnierenden Erlösen saniert die Branche nicht. Auch den Optimismus bei der Investitionstätigkeit kann die ÖHV nicht teilen. Mit entsprechenden steuerlichen Anreizen könnten die Investitionen der Hoteliers aber andere Branchen stimulieren. Die präsentierte Schwerpunkt-Förderaktion "Internet für jeden Gast" folgt Aktivitäten der ÖHV im heurigen Jahr.

Die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV) begrüßt natürlich die positive Entwicklung bei Nächtigungszahlen, die Tourismusminister Mitterlehner heute als "Ende der Krise im Tourismus" präsentierte, schließlich haben ihre Mitglieder einiges dazu beigetragen. Jedoch warnt der Präsident der ÖHV Sepp Schellhorn vor Jubelmeldungen. "Die Steigerungen bei Ankünften und Nächtigungen beziehen sich auf Krisenjahre, im Vergleich zum guten Jahr 2008 liegen wir für Jänner bis Juli immer noch bei minus 3%.", so Schellhorn. "Gleichzeitig stagnieren die Umsätze, weil die Hoteliers immer noch Schwierigkeiten haben, angemessene Preise zu erzielen. Wir bekommen also bei mehr Arbeit und steigenden Kosten kaum mehr Einnahmen. Da kann die Branche nicht zufrieden sein", kommentiert er die Situation.

Investitionen stocken immer noch

Kann man Bundesminister Mitterlehner ansonsten einen realistischen Blick auf die Situation attestieren, ist sein Optimismus bei der Investitionstätigkeit für die Hoteliervereinigung leider nicht nachvollziehbar. Die Mitgliederbefragung ÖHV-inside zeigt einen eindeutigen Trend, nämlich dass 37 % der österreichischen Top-Hotellerie ihre Investitionspläne zurückfahren. Diese Daten werden auch vom Konjunkturbarometer der Wirtschaftskammer Tirol für Sommer 2010 untermauert, wonach in diesem Bundesland 48% in den nächsten 6 Monaten Einsparungen bei Neuinvestitionen planen. Immer noch tun sich Hotels und andere KMU bei der Kreditvergabe schwer, da die Banken von ihrem restriktiven Kurs kaum abweichen. Das zeigt auch die Zunahme von Haftungsanträgen und Kleinkrediten bei der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT). Beim steigenden Gesamtfördervolumen der ÖHT ist zu beachten, dass Förderzusagen nicht repräsentativ für die Investitionen der gesamten Branche sind.

Hotelinvestitionen könnten Wirtschaft stärker ankurbeln

Die Hotellerie vergibt 80% ihrer Aufträge innerhalb von 90km. Gerade Branchen, denen Investitionen der Tourismusbetriebe besonders nützten, verzeichnen laut KMU-Forschung ein deutliches Auftragsminus bei den Erwartungen für das 2. Quartal 2010 (Bau, Elektro- und Sanitärtechniker, Fleischer minus 5 bis minus 11%, Gewerbe insgesamt minus 2,3%). "Um diesen regionalen Konjunkturmotor zu unterstützen, sind aber steuerliche Anreize notwendig. Beispielsweise verhindert eine zu lange Abschreibungsdauer auf Wellness- und Sanitäranlagen Investitionen in diesen Bereichen", erklärt Schellhorn.

Zimmerpreise müssen wieder nach oben

Die ÖHV begrüßt die Schwerpunktaktion "Internet für jeden Gast" des Wirtschaftsministers, die ab 1. September 2010 mit 50% der Investitionskosten oder maximal 10.000 Euro Verbesserungen der Onlineauftritte, Buchungsmöglichkeiten und Internetversorgung für den Gast fördert. Schellhorn zur Aussage von BM Mitterlehner, sinkende Zimmerpreise lägen an der steigenden Vergleichbarkeit im Internet:
"Natürlich ist die Förderaktion für direkte Buchungsmöglichkeiten auf der Hotelwebsite ein guter Schwerpunkt. Das geht genau in unsere Richtung, die ÖHV selbst hat heuer bereits einen Schwerpunkt im Bereich Online und Social Media für die Mitglieder gesetzt. Aber die niedrigen Preise liegen nicht nur am Internet, sondern in Zukunft wird angesichts der Auslastungszahlen ein intelligenteres Wachstum bei neuen Projekten notwendig sein."

Wien: Auf Niveau von 2008 fehlt ein Plus von 17 %

Derzeit decken die erzielbaren Preise noch nicht einmal die Kostensteigerungen ab, wie das Beispiel Wien zeigt: die Nettoumsätze pro Nächtigung in allen Hotels und Pensionen sind von 2007 auf 2009 von 46 Euro auf 42 Euro, also um 8,7% gesunken - während die Inflation in diesem Zeitraum 3,8 % betrug. Damit die Wiener Hotellerie die Umsätze von 2008 erreicht, wäre eine Steigerung um 25 % nötig. Kostensteigerungen etwa bei den Mitarbeitern sind da noch nicht berücksichtigt.

Die ÖHV gestaltet als freiwillige und parteiunabhängige Interessenvertretung der führenden Hotellerie durch Lobbying die Rahmenbedingungen für modernes Unternehmertum. 1.200 Mitgliedsbetriebe nutzen operative Dienstleistungen in Marketing und Weiterbildung genauso wie ihren Vorsprung durch Innovation und Vernetzung. Mit rund 150.000 Betten - das entspricht zwei Drittel der Kapazität in der 4- bis 5-Sterne-Superior-Hotellerie - und mehr als 30.000 Mitarbeitern erwirtschaften die ÖHV-Mitglieder einen Logisumsatz von ca. 900 Mio. Euro. Die Tourismus- und Freizeitwirtschaft generierte als Österreichs Wirtschaftsmotor 2009 über direkte und indirekte Wertschöpfung 15,4 Prozent des BIP und jeden 5. Vollarbeitsplatz.

Pressefotos von Sepp Schellhorn finden Sie in unserem Pressebereich unter:
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Das zitierte Konjunkturbarometer der WK Tirol "TOP-100 Sommer 2010" finden Sie als pdf-Datei unter diesem Link.
http://www.tourismuspresse.at/redirect/oehv

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Sepp Schellhorn, ÖHV-Präsident (Ferienhotellerie)
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