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Aus für "Alpine Lodges" auf der Höss

Alpinvereine beziehen Stellung zu den Aussagen des Hinterstoder Bürgermeisters

Innsbruck (TP/OTS) - Haltlose Aussagen des Bürgermeisters von Hinterstoder erzürnen die Alpenvereine. "Bgm. Helmut Wallner glaubt, dass die Kritik an der geplanten Schischaukel dazu beigetragen habe, potentielle Käufer von Alpinlodges auf der Höss zu verunsichern", ärgert sich Herbert Jungwirth, Landesnaturschutzreferent des Alpenvereins in Oberösterreich. Offensichtlich will man nun die Naturschutzorganisationen als "Verhinderer" hinstellen.

Das mit viel Aufwand beworbene Luxusferiendorf Alpine Lodges auf der Höss in Hinterstoder wird nun doch nichts. Der Betreiber Jäger Bau aus Vorarlberg hat das Projekt gestoppt, wegen nicht erfolgter Umwidmungen, des Auslaufens der Optionen für die Grundstücke, Rücktritte von Käufern und einer nicht zufriedenstellenden Performance im Verkauf. Das Projekt wird daher zurückgezogen.

Naturschützer werden als Verhinderer angeprangert

Die Schuld am Scheitern des Projekts gibt Bgm. Helmut Wallner reflexartig den Naturschützern und alpinen Vereinen, die in Wahrheit dafür kämpfen, dass einer der bedeutendsten intakten Naturräume der Region, eines der schönsten Karstgebiete Europas - das Naturschutzgebiet Warscheneck - vor der Zerstörung durch eine mehr als fragwürdige Schischaukel und Pistenplanung bewahrt werden soll. Dazu stellen wir klar: Natur- und Landschaftsschutz ist nicht Tourismusschädigung, sondern Investition in die Zukunft eines nachhaltigen Tourismus. Die Früchte wirklich guter Tourismuskonzepte einschließlich ihrer Umsetzung erkennt man oft erst viele Jahre später. Die einzigartige Chance, den Nationalpark Kalkalpen für eine "gemeinsame" regionale Entwicklung zu nutzen, wird - aus welchen Gründen auch immer - einfach nicht wahrgenommen.

Revitalisierung der Landschaftsschäden ist nur schwer möglich

Wer investiert schon gerne sein Vermögen in ein Projekt, welches inmitten einer Kunstlandschaft aus planierten Pisten und Seilbahnstützen errichtet werden soll. Wer die Trostlosigkeit der Pistensteppen und Schutthalden im Sommer kennt, wird wenig Bereitschaft zeigen, sich diesen Blick von der Terrasse seiner Alpin Lodge um teures Geld zu kaufen.

Die so vehement erträumte Erweiterung des Schigebietes über das Warscheneck würde dieser Trostlosigkeit noch eine weitere Dimension verleihen. Wer Schipisten im Karst kennt, weiß am Beispiel Frauenkar und Krippenstein, dass Begrünung und Revitalisierung der geschlagenen Wunden zum Scheitern verurteilt sind.

Mollner Kreis will nicht für planerisches Unvermögen verantwortlich gemacht werden

Unser Einsatz für die Erhaltung des Naturschutzgebietes ist mit wissenschaftlich belegten Argumenten aus Sicht des Naturschutzes, der Wasserproblematik, des nachhaltigen Tourismus, der Wirtschaftlichkeit, aber auch aus der Sicht der politischen Verantwortung gegenüber dem Steuerzahler und zukünftigen Generationen untermauert. Weder von der Wirtschaft, von den verantwortlichen Touristikern, noch von den zuständigen Politikern konnten unsere Argumente bis dato widerlegt werden.

Daher verwehren wir uns auf das Schärfste, dass wir, das sind die 1,2 Millionen Mitglieder der Vereine, die sich im Mollner Kreis zusammengeschlossen haben, für das Unvermögen jener verantwortlich gemacht werden, die mit rückwärtsgewandten Rezepten, wie mit der Errichtung einer Schischaukel durch ein streng geschütztes Naturschutzgebiet versuchen wollen, Lösungen für die touristische Zukunft der Pyhrn Priel Region zu finden.

Eines ist auch sicher, dass viele Menschen froh sind, auch in Zukunft eine noch unberührte Natur wie am Warscheneck erleben zu können.

Vermutlich sind wir - die verbündeten Naturschutzorganisationen im Mollner Kreis - für alles, was in der Region im Tourismusbereich in Zukunft nicht funktioniert, dann die Ursache für den Misserfolg, und dagegen verwehren wir uns gleich vorab.

Herbert Jungwirth, MBA Prof. Mag. Sepp Friedhuber Landesnaturschutzreferent Vizepräsident der
Alpenverein OÖ. Naturfreunde Österreich

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