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WKÖ-Tourismussprecher warnt trotz erfreulichem Sommerstart vor verfrühtem Jubel

Schenner: Juni-Ergebnis ist mittlere Katastrophe

Wien (TP/OTS) - Wie die Statistik Austria heute, Mittwoch, bekanntgab, wurden für den diesjährigen Mai 7,14 Mio. Nächtigungen registriert, was gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres einer Zunahme von 5,7 Prozent entspreche. Die Zahl der Nächtigungen ausländischer Gäste ist um 10 Prozent auf 4,51 Mio. gestiegen, bei den inländischen Gästenächtigungen wurde hingegen ein Minus von 0,9 Prozent auf 2,63 Mio. eingefahren. Vergleicht man allerdings die Zahlen etwa mit dem Mai 2008 (7,11 Mio. Nächtigungen), liegt das Ergebnis der aktuellen Mai-Ergebnisse lediglich um knappe 0,4 Prozent besser.

Vor allzu schnellem Jubel warnt deshalb der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Hans Schenner: "Die Zahlen der Statistiker brauchen immer noch die Interpretation der Touristiker, sonst entsteht ein falsches Bild." So macht der Monat Mai, gemessen an rund 130 Mio. Nächtigungen pro Jahr, gerade einmal 5,49 Prozent aller Nächtigungen aus. Wie jedes Jahr müssen wir - allein schon wegen der Feiertage - Mai und Juni zusammen betrachten", betont Schenner.

Gerade heuer gelte das "Zusammenrechnen" von Mai und Juni noch viel mehr, da Unwetter und Hochwasser im Juni katastrophale Auswirkungen auf den heimischen Tourismus hatten: "Das Hochwasser Anfang Juni und das schlechte Wetter haben dem Tourismus hart zugesetzt. Neben den Nächtigungen sind auch die Tagesausflügler um bis zu 50 Prozent zurückgegangen", analysiert der Sprecher der heimischen Tourismusbetriebe. "Unterm Strich ist der Juni in vielen Regionen eine mittlere Katastrophe", bringt es Spartenobmann Schenner auf den Punkt. Die Radwege entlang der Donau standen unter Wasser, die negativen Wettervorhersagen hätten, so Schenner, besonders die Inlandsgäste davon abgehalten, etwas zu unternehmen. "Wenn man etwa berücksichtigt, dass Niederösterreich über den Ausflugstourismus mehr Wertschöpfung erzeugt als über Nächtigungen, wird das Ausmaß des Schadens erst verständlich und das muss selbstverständlich berücksichtigt werden", argumentiert Schenner in Richtung der Statistiker.

Ausblick auf Sommersaison: Schenner zeigt sich verhalten optimistisch

Für den kommenden Sommer bleibt der Sprecher von 90.000 Tourismusbetrieben trotzdem verhalten optimistisch: "Hinter uns liegt ein völlig verwaschener Frühsommer mit einer Handvoll schöner Tage. Für die kommenden Monate bin ich aber zuversichtlich." Ausschlaggebend für die Nächtigungszahlen im Sommer werde - neben dem Wetter - auch die Initiative "Jetzt.Österreich" sein. Sie dient zur Unterstützung der zuletzt von Hochwasser und Naturkatastrophen massiv betroffenen Tourismusregionen mit einem Sonderbudget von 500.000 Euro, das die Österreich Werbung (ÖW) gemeinsam mit den Bundesländern einsetzen wird. Die darin enthaltenen Marketingmaßnahmen sollen die Buchungssituation kurz- und mittelfristig verbessern. Stimmungsmäßig bleibe den Betrieben und ihren Mitarbeitern ohnedies nichts anderes übrig, als positiv nach vorne zu schauen: "Keiner möchte in einem Betrieb Urlaub machen, in dem alle jammern."

Solidarität der Gemeinschaft hat gut funktioniert, jetzt ist Solidarität des Einzelnen gefragt

"Wir haben im Tourismus keine Auffanggesellschaften, sondern zehntausende kleinstrukturierte Familienbetriebe. Diese sind Arbeitgeber vor Ort und sorgen für die regionale Wertschöpfung, denn Auslagerung und Abwanderung finden im Tourismus nicht statt. Umso wichtiger ist es, dass wir alles daran setzen, auch weiterhin auf der Überholspur zu bleiben", so Schenner. Die Solidarität der Gemeinschaft hätte nach dem Hochwasser gut funktioniert - nun sei die Solidarität des Einzelnen gefragt: "Auch wenn natürlich jeder Urlaub machen soll, wo und wie er will, könnten wir alle diesen Sommer durch zusätzliche 2- 3 Tage Urlaub in Österreich dazu beitragen, die 240.000 Arbeitsplätze in der Hotel - und Gastwirtschaft zu sichern. Nur der Sommer darf sich keine Ferien mehr gönnen", so Schenner abschließend.

Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) ist die Interessenvertretung für über 90.000 Tourismusbetriebe aus den Branchen Gastronomie, Hotellerie, Freizeit- und Sport, Reisebüros, Kinos, Kultur- und Vergnügungsbetriebe sowie Gesundheitsbetriebe. Jeder 5. Vollzeitarbeitsplatz in Österreich ist direkt oder indirekt von Tourismus und Freizeitwirtschaft abhängig. Die Branche erwirtschaftet eine jährliche Bruttowertschöpfung von rund 42 Milliarden Euro, das sind mehr als 15 Prozent des BIP.

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