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Welttourismustag: Vier Hebel für eine Branche

Alles ist im Social Media-Wahlkampf wichtiger als Wirtschaft und Standort. Zum Welttourismustag wünscht sich ÖHV-Reitterer dafür mehr Stellenwert bei den Regierungsverhandlungen

Wien (OTS) - Welche tourismuspolitischen Schwerpunkte die nächste Regierung legen sollte, stehe für die Branche bereits fest, so die Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer: „Zwei Riesenkapitel müssen wir nach vielen Jahren endlich abschließen: die steuerliche Entlastung und einen zeitgemäßen Rahmen für einen attraktiven Arbeitsmarkt. Zwei Zukunftsfragen wollen wir stärker ins Bewusstsein rücken: Digitalisierung und Nachhaltigkeit.“ Für diese Herausforderungen präsentiert die Branchensprecherin zum Welttourismustag praxisnahe, volkswirtschaftlich sinnvolle Lösungsansätze:

1. Arbeitsmarkt

„Umdenken wird am Arbeitsmarkt nicht reichen, wir müssen ins Umsetzen kommen“, verweist Reitterer auf eine IHS-Analyse: Geburtenrückgänge und mehr Jobangebote in den Herkunftsländern der Saisonniers führen zu Mitarbeiter-Engpässen: „Weitermachen wie bisher reicht da nicht, weder im Betrieb noch in der Politik“, fordert sie eine aktive internationale Arbeitsmarktpolitik und ein Umfeld, das Mitarbeitern zuspricht: „Das reicht von einer Kinderbetreuung, die sich nach den Eltern richtet, über zeitgemäße Lehrpläne und befristete Feststellungsbescheide bis zu mehr netto vom Brutto und einer Offensive für Mitarbeiterhäuser.“

2. Steuern

Steuerlich steht Österreichs Tourismus immer noch schlechter da als vor der letzten Steuerreform: „Weil auch die Abschreibungsdauer verlängert und die Grunderwerbsteuer erhöht wurden. Die ersten Schritte zur Lohnnebenkostensenkung haben das Kraut nicht fett gemacht“, setzt sie auf eine Steuerreform mit Substanz: „Eine Lohnsteuer- und Lohnnebenkostensenkung muss zentraler Bestandteil sein und die Reparatur der Abschreibung jedenfalls spürbar“, fasst Reitterer die Erwartungshaltung der Branche zusammen.

3. Digitalisierung

Luft nach oben ortete Reitterer bei der Digitalisierung: „Bevor wir flächendeckendes 5G einführen, können wir noch so viel tun, was praktisch nichts kostet und sehr viel nützt“, verweist sie etwa auf die Konsultierung von Praktikern, bevor in Brüssel neue Richtlinien verhandelt werden: „DSGVO und PSD2 haben gezeigt, wie es nicht geht. Da hätte die Politik der Branche viel erspart, hätte sie uns gleich eingebunden.“ Außerdem wünscht sich Reitterer Schulungsoffensiven für Mitarbeiter, ein „konsequent digitales Gästeblatt“ und die laufende Evaluierung und Anpassung aller Gesetze, die mit digitalen Prozessen zu tun haben: „Im Umgang mit Start-ups und Plattformen reichen althergebrachte Prozesse nicht.“

4. Nachhaltigkeit

Vor allem die Qualitätshotellerie war schon lange vor dem aktuellen Hype grün: „,Holidays for future‘ war schon lange unser Erfolgsrezept: Mehr als ein Viertel unserer Qualitätsbetriebe investiert in nachhaltige Angebote“, freut sich Reitterer und sieht gleichzeitig noch Luft nach oben: „Weil es mehr als die Hälfte der Gäste begrüßt.“ Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus hilft die ÖHV bei der Umsetzung, eine stark verkürzte AfA für Investitionen in Nachhaltigkeit würde das verstärken: „Wenn ich mir aussuchen kann, ob ich das Geld in unsere KMU stecke oder in die Kioto-Kassa, weiß ich, wofür ich mich entscheide. Eine nachhaltige Klima- und Standortpolitik müsste das genauso sehen.“

Vier Hebel für einen funktionierenden Tourismus

„Es gibt keine größeren Herausforderungen und keinen größeren Hebel für einen funktionierenden österreichischen Tourismus als diese vier. Österreichische Tourismuspolitiker, die sich in den nächsten Jahren am Welttourismustag selbstbewusst in den Spiegel schauen wollen, müssen an diesen Hebeln drehen“, wünscht sich die Branchensprecherin von der Politik zum Welttourismustag einen ehrlichen, motivierten Blick nach vorne.

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