Kitzbühel streckt Fühler in den Osten Österreichs aus

Die Bergbahn Kitzbühel und das niederösterreichische Skigebiet Unterberg haben gestern eine Partnerschaft aus der Taufe gehoben.

Kitzbühel, Wiener Neustadt-Ein Pistengerät am Wiener Neustädter Hauptplatz-nein, nicht wieder ein missglückter Marketing-Gag, sondern der Startschuss für eine neue Zusammenarbeit zwischen der Bergbahn Kitzbühel und dem Schigebiet Unterberg in Niederösterreich. Gestern wurde in Wiener Neustadt bei einer Pressekonferenz die Partnerschaft präsentiert. Mit dabei auch die Kitzbüheler Skilegenden Hias Leitner und Rudi Sailer sowie Doppel-Olympiasiegerin Michaela Dorfmeister, die am Unterberg im Piestingtal das Skifahren gelernt hat.

Kitzbühel Tourismus und die Bergbahn Kitzbühel stehen gemeinsam hinter der Zusammenarbeit mit den Niederösterreichern. Das betonen Kitzbühel-Tourismus-Präsidentin Signe Reisch und Bergbahn-Vorstand Josef Burger: "Wir sehen mit dieser Zusammenarbeit unsere Verantwortung kleinen Skigebieten gegenüber, weil dort auch unsere Skigäste-wenn nicht von heute, dann von morgen-herkommen. Schließlich liegt auch die Millionenstadt Wien im Einzugsgebiet des Unterbergs."

Teil der Zusammenarbeit sind unter anderem spezielle Packages für Besitzer von Unterberg-Saisonkarten speziell in der Vor-und Nachsaison. Hier will Kitzbühel die Vorteile des Saisonstarts am 14. Oktober ausspielen und zusätzliche Gäste in die Region locken.

Aber es soll auch ein Knowhow-Transfer stattfinden. Das Schigebiet Unterberg wird von Kitzbühel mit technischem Know-how unterstützt. So stammt das Pistengerät, das am heutigen Tag ins Schigebiet Unterberg geliefert wurde, aus dem Fuhrpark der Kitzbüheler Bergbahnen. Ein Transfer findet aber auch in die andere Richtung statt und war der Ausgangspunkt der Zusammenarbeit: Kitzbühel-Bergbahnen-Betriebsleiter Stefan Hetzenauer benötigte ein schmales Nachlaufgerät für die Präparierung eines Winterwanderweges und fand dieses nach langer Suche am Unterberg.

Begeistert von der Zusammenarbeit ist auch Michaela Dorfmeister. "Rennmäßig bin ich die Streif ja nie gefahren. Und so wie die Herren fahren, ist das für uns Frauen nicht machbar. Aber mit einer anderen Kurssetzung könnten es die zehn besten der Weltrangliste vielleicht schaffen."Und sie erinnert sich gerne an ein Charity-Rennen in Kitzbühel. "Das habe ich gewonnen. Ja, ich habe eine Gams zu Hause",erzählt sie stolz.

Für Erich und Klaus Panzenböck, Christian Guthauer sowie Stefan Leithner vom Schigebiet Unterberg ist die Zusammenarbeit in vielerlei Hinsicht wichtig: "Dass Kitzbühel mit uns kooperiert, ist eine großartige Image-Werbung für uns. Wir können als Tagesskigebiet keine Urlaube anbieten, somit ergänzen sich die Möglichkeiten in Kitzbühel gut mit unseren. Wir sind ein Nahversorger-Skigebiet, hier lernen die Menschen Ski fahren." (aha, TT)