Tourismus rüstet sich für das Heimspiel

Urlaub im eigenen Land ist heuer gefragt wie nie. Die Steiermark gilt als besonders beliebtes Ziel der Österreicher. Doch das Match um Gäste wird heuer noch intensiver.

Wenn es um den Urlaub von Österreichern in ihrem Heimatland geht, liegt die Steiermark bereits seit vielen Jahren im Spitzenfeld. Im Sommerhalbjahr 2019 entfiel fast ein Fünftel (19,1 Prozent) der 23,3 Millionen Nächtigungen von Österreichern in Österreich auf die Steiermark. Auch laut einer aktuellen Gallup-Umfrage sind in diesem Jahr die als Urlaubsziele beliebtesten Bundesländer Kärnten (59 Prozent) und die Steiermark (55 Prozent). Diese Beliebtheitswerte der Grünen Mark sind heuer, vor dem Hintergrund der Coronakrise, besonders wertvoll, betont auch der steirische Hotellerie-Sprecher Johann Spreitzhofer. „Damit sind wir sicherlich besser dran als die westlichen Bundesländer oder die Stadthotellerie.“ Die Stimmung unter den steirischen Tourismusbetrieben – vor der Hotellerie-Öffnung Ende nächster Woche – beschreibt er als gut, die Vorfreude sei groß, die Buchungslage zufriedenstellend, wenn auch nicht überall. „Klar ist aber auch, drei Monate Stillstand und drei Monate Buchungsstopp kann man auf das Jahr gesehen nicht mehr wettmachen, wenn wir insgesamt 60 Prozent des Vorjahresniveaus erreichen, wäre das schon gut.“

Die Werbetrommel für die Steiermark wird jedenfalls in den nächsten Tagen ordentlich angerührt. In ganz Österreich wird in TV und Zeitungen „Entdecke die Steiermark“ beworben, erklärt Steiermark-Tourismus-Boss Erich Neuhold.

Das Match um den heimischen Gast werde jedenfalls intensiv, weil nun auch Länder wie Tirol und Salzburg mitmischen. Neuhold ist zuversichtlich, „obwohl wir mit 60 Prozent Österreicheranteil bei unseren Gästen relativ gesehen am meisten zu verlieren haben“.

Neueste Studien und die Urlauber-Nachfrage würden zeigen, „dass heuer Sicherheit und Nähe zum Zuhause, falls etwas passieren sollte, wichtiger sind denn je“. Sehr gefragt bei den Buchungen seien daher Urlaub am Bauernhof und Natur, wo die Steiermark schon bisher stark punkten konnte. Hingegen können Gäste heuer nicht mit „schneller, höher, weiter“ oder Gesundheitsthemen angelockt werden. „Sie wollen eine Pause vom Virus.“

Wenn nun aber ab Mitte Mai die Grenzen nach Deutschland (und vermutlich auch bald Richtung Kroatien) aufgehen, werben die Steirer auch im Ausland? „Ja, darauf bereiten wir uns intensiv vor.“

Schwierig sei die Situation laut Spreitzhofer weiterhin für Betriebe, die auf Gruppen- und Seminarreisen spezialisiert sind. Die Sicherheitsvorgaben seien „leider sehr spät gekommen, es wäre wichtig gewesen, früher Klarheit zu haben“. Mit den Bestimmungen könne man leben, „wir haben ja auch größtes Interesse an sicheren Urlauben“. Eine „Hemmschwelle, die wir nicht ganz einsehen, ist die Maskenpflicht für Gäste beim Betreten des Hotels, wir haben an der Rezeption ja Glaswände als Schutz, ich kann den Sinn dieser Maskenpflicht daher nicht nachvollziehen“. Hinsichtlich des Urlaubsgefühls wäre auch Neuhold „froh, die Masken bald ablegen zu können“.