Tiroler Sommersaison läuft besser als erwartet

"Besser als erwartet"-so lässt sich aktuell die Einschätzung der laufenden Sommersaison in vielen Regionen Tirols zusammenfassen. Auch wenn sich das Corona-Jahr 2020 nicht mit Statistiken der vergangenen Jahre vergleichen lässt, herrscht vielerorts Optimismus.

Die unbeschwerte Reisefreiheit ist durch die Corona-Krise arg in Bedrängnis geraten. Damit ist die Tourismuswirtschaft weltweit schwer unter Druck gekommen. Sorgenvoll blickten daher auch Tirols Touristiker Anfang der Saison in Richtung Sommer. Klar war, dass sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre mit einer Bruttowertschöpfung von zuletzt rund 1,9 Milliarden Euro (Sommer 2019) heuer nicht fortsetzen lässt.

"Innsbruck steht wegen des großflächigen Ausfalls von internationalen Gästen, Kongressen, Veranstaltungen, fehlenden Fluganbindungen und Gruppenreisen vor besonderen Herausforderungen",betont Karin Seiler, Geschäftsführerin von Innsbruck Tourismus. Aber abgesehen vom Städtetourismus, der weltweit lahmt, zeichnet sich in Tirol derzeit ein besseres Szenario ab als erwartet.

Optimismus in den Ferienregionen

Ein Rundruf durch Tiroler Ferienregionen verdeutlicht, dass das Wiederhochfahren des heimischen Tourismus von Optimismus getragen wird. "Durch gezielte Werbung im Inland konnten die österreichischen Nächtigungszahlen bis jetzt im Juli um 90 Prozent gesteigert und das Vorjahresergebnis gehalten werden",sagt etwa Martin Tschoner, Geschäftsführer von Achensee Tourismus. Auch wenn die Rückmeldungen aus den Betrieben unterschiedlich seien, so seien die Gästezahlen besser als erwartet, berichtet Barbara Nußbaumer, Geschäftsführerin vom TVB Osttirol: "Wir sind derzeit sogar ein wenig positiv überrascht."

Geöffnete Grenzen entscheidend

Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Sommersaison spielte die Grenzöffnung zu Nachbarstaaten wie Deutschland. Hier setzt Manfred Pfister, Geschäftsführer der Ersten Ferienregion im Zillertal, aktuell große Hoffnungen auf die seit letzter Woche laufenden Sommerferien in Bayern. "In Summe läuft es derzeit besser als erwartet." Allerdings gebe es große Unterschiede zwischen den Betriebsarten. "Besser als gedacht sind derzeit etwa die Campingplätze, aber auch die gehobene Hotellerie gebucht."

Für die wichtigsten Sommermonate zeigt sich auch Lukas Krösslhuber, Geschäftsführer des TVB Wilder Kaiser, optimistisch: "Bis zum September sieht es derzeit sehr gut aus." Viel Zuspruch sei von Gästen aus Deutschland spürbar.

Auch in der Olympiaregion Seefeld hätte sich die Situation entspannt, betont Obmann Alois Seyrling. Aufgrund der starken Entwicklung in den vergangenen Wochen und vieler kurzfristiger Buchungen gehe man für Juli bis September von circa minus 20 bis 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Denn gerade Betriebe, die sich in der Region auf Busreisen und auf Märkte wie Großbritannien oder die USA konzentriert hätten, treffe es derzeit sehr hart.

Tiroler Freizeitangebot im Trend

Eine wesentliche Stütze für den heurigen Sommertourismus in Tirol sehen Experten im konsequent betriebenen Qualitätsausbau des Tiroler Freizeitangebots. So erkennt Krösslhuber bei seinen Gästen vor allem einen klaren Nachfrageboom in Richtung Radfahren und E-Biken. Derzeit bietet Tirol rund 6000 Kilometer an landesweit offiziell genehmigten Mountainbike-Routen sowie mehr als 300 Kilometer Singletrails. Die Erwartungshaltung von Gästen, aber auch von Einheimischen wird damit perfekt bedient.