Touristen erobern die Stadt zurück

Volle Gassen, volle Geschäfte: Nach Corona-Lockdown, ausbleibenden Übersee-Gästen und anfänglichen Umsatzeinbußen atmet der Altstadt-Handel auf. „Wir sind bei den Umsätzen auf Vorjahresniveau unterwegs“, berichtet etwa Michael Sporer, der eine Punsch- und Likörmanufaktor in der Getreidegasse betreibt.

In der Getreidegasse erinnert nur wenig an die Virus-Krise

Ralph Vonblon serviert im heurigen Sommer seltener Eis – dafür oft Salzburger Nockerl oder auch Apfelstrudel.
Der Grund? „Es ist optimal, dass viele Einheimische ihren Urlaub zuhause oder zumindest in Österreich verbringen“, sagt Sporer, als er gerade einen Hibiskus-Bitter in seiner Auslage zurecht rückt. Schon im Juni hat er die Kurzarbeit für seine neun Mitarbeiter abgebrochen – mit Anfang Juli ist das Geschäft wieder angelaufen. Ähnlich ist die Lage wenige Schritte weiter in der Schmuckpassage Schneider – Ursula Wallek-Schneider verzeichnet derzeit nur ein kleines Minus. Die ausbleibenden Touristen machen sich dennoch bemerkbar: „Es geht heuer weniger Modeschmuck, als noch in den Jahren zuvor“, sagt Wallek-Schneider. Nachsatz: „Der Trend geht Richtung hochwertige Sachen. Viele fahren heuer nicht auf Urlaub, sondern gönnen sich stattdessen ein schönes Geschenk. Wie schönen Gelbgold- und auch Diamant-Schmuck.“
Nahe des Rathauses kämpft man im Schuhgeschäft mia shoes mit einem neuen Problem – bei „überraschend gutem Geschäft“. Deutsche und Holländer kaufen ordentlich ein. „Wir kämpfen mit den Lieferungen. Durch die Corona-Krise können viele unserer Verträge nicht eingehalten werden“, weiß man im Geschäft von Ilona Aringer , wo heuer besonders Birkenstock Schuhe gefragt sind.
Neue Vorlieben zeigen sich auch in der Gastronomie– wie etwa im Cafe Habakuk in der Linzergasse: „Wir verkaufen so viel warme Mehlspeisen wie noch nie. Wir bereiten rund 30 mal am Tag Salzburger Nockerl zu – Österreicher und Bayern fahren darauf total ab“, berichtet Chef Ralph Vonblon, der auch am Vorjahresumsatzniveau kratzt.