Die Osttiroler lieben ihren Nationalpark

Hohe Tauern: sehr gute Umfragewerte bei Bewohnern der NationalparkGemeinden – und auch der Nordtiroler.

Im Innsbrucker Landhaus wurden die aktuellen Umfragewerte zum Nationalpark Hohe Tauern präsentiert. Sie sei nun seit siebeneinhalb Jahren für die Nationalparks zuständig, erzählte eingangs Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe. Zu Beginn ihrer Amtszeit habe sie nicht überall eine ungetrübte Stimmung zum Nationalpark wahrgenommen: „Ich habe aber das Gefühl, dass sich das wesentlich verbessert hat.“ Für Felipes „Gefühl“ lieferte Ernestine Berger vom Institut für Grundlagenforschung (IGF) die Fakten. Im Dezember vergangenen Jahres war die Stimmung zum Nationalpark Hohe Tauern abgefragt worden, coronabedingt konnten die Zahlen erst jetzt vorgestellt werden. Befragt worden waren rund 300 Menschen aus der Gesamttiroler Bevölkerung und ebenso viele aus den Nationalpark-Wohngemeinden.

DasErgebnis, kurz zusammengefasst: In vielen Teilen decken sich die Erwartungen, Einstellungen und die Zufriedenheit aller Befragten. So ist die Einstellung zum Nationalpark unter der Gesamttiroler Bevölkerung zu 90 Prozent sehr oder eher positiv. Und auch in den Nationalpark-Gemeinden sehen ihn nur elf Prozent „teils positiv, teils negativ“, lediglich ein Prozent der Befragten war völlig negativ eingestellt.

Ernestine Berger: „Diese Frage ist für uns Meinungsforscher besonders spannend, weil wir daran sehen können, was sich im Zeitverlauf tut.“ Und hier hat es tatsächlich eine große Veränderung gegeben. Bei einer Umfrage im Jahr 1995 war nur die Einstellung von nicht einmal einem Drittel der Osttiroler Befragten zum Nationalpark „sehr positiv“, heute sind es 71 Prozent. Noch zwei weitere Ergebnisse: 85 Prozent der Befragten sind dafür, dass die Jagd nur in ausgewiesenen Zonen ausgeübt werden darf. Und 72 Prozent befürworten, dass Freizeitaktivitäten ebenfalls nur in bestimmten Gebieten möglich sein sollen.

Berger: „Die Mehrheit ist klar für eine Besucherlenkung.“ Für Ingrid Felipe sind die insgesamt guten Zahlen „nicht von allein gekommen, sondern da ist uns schon etwas gelungen“. Das Innenmarketing im Nationalpark wirke, die Zusammenarbeit aller Beteiligten – NationalparkVerwaltung, Grundeigentümer, Tourismus – habe sich wesentlich verbessert.

Besonderseng mit dem Nationalpark verbunden sind die Lieferanten von bäuerlichen Produkten, die dessen Logo tragen dürfen. Sie präsentierten sich am Mittwoch nicht mit harten Fakten, sondern Schmankerln aus der Region. Philipp Jans aus Kals am Großglockner hat einen Ziegenmilchbetrieb und ist einer der Direktvermarkter. Er hatte vor einigen Jahren die Idee an den Leiter des Nationalparks, Hermann Stotter, herangetragen. Dieser habe ihn zuerst in seiner Euphorie gebremst, aber nun sei man über die Zusammenarbeit sehr froh.

„Es ist sicher sinnvoll, mit dem Logo des Nationalparks behutsam umzugehen, darum haben wir zwei, drei Anläufe gebraucht. Aber heute ist es uns eine große Hilfestellung bei der Vermarktung“, so Ziegenbauer Philipp Jans. Aktuell gibt es 14 Nationalpark-Lieferanten in den Hohen Tauern.