Region setzt auf den Tourismus im Sommer

Tourismus in der Süd- und Weststeiermark profitierte schon im Pandemie-Sommer 2020 stark von weltweiten Reisebeschränkungen.

Auf Nummer sicher gehen“ lautet auch heuer noch das Motto bei der Sommer-Urlaubsplanung der Österreicher. Zu unsicher scheinen in Zeiten der Pandemie Reisen in die Ferne. Stattdessen wird der Urlaub zu Hause verbracht. Die Süd- und Weststeiermark erfreute sich bereits vergangenes Jahr größter Beliebtheit. Einem Rekordsommer wie 2020 scheint auch dieser Saison nichts im Wege zu stehen.

„Wir haben jetzt schon Anfragen noch und nöcher. Und obwohl unsere Hauptsaison eigentlich wegen der Weinlese im Herbst ist, gibt es seit letztem Jahr auch verstärkt Buchungen ab Anfang Juli“, erklärt Ewald Zarfl, Obmann des Tourismusverbandes Schilcherland. Besonders wichtig sei den Urlaubern aufgrund von Corona eine flexible Stornierung, weiß Bernhard Schauer, Obmann des Tourismusverbandes Südsteiermark. Nicht nur Steirer zieht es in die Region, Salzburger, Ober- und Niederösterreicher, Wiener und sogar Deutsche scheinen das Ambiente zu genießen. Der Vorteil der Region liegt für Schauer klar in der Kleinstrukturiertheit. Und darum kommen nun laut Guido Jaklitsch, Vorsitzender des Tourismusregionalverbandes Süd- und Weststeiermark, auch mehr und mehr Tiroler sowie Vorarlberger auf den Geschmack.

Schwierig sieht er die Situation in der Lipizzanerheimat, da das Gestüt aufgrund der Corona-Maßnahmen noch geschlossen ist. Bei der touristischen Infrastruktur gebe es Aufholbedarf. An dem wird laut Jaklitsch aber gearbeitet. Im Bezirk Voitsberg zeichne sich allgemein bislang noch kein Hype um Nächtigungen ab, so Lipizzanerheimat-Tourismusobmann Adi Kern. „Bei uns liegt der Fokus ganz stark auf dem Tagestourismus. Vor allem im letzten Jahr gab es nahezu eine Massenbewegung auf unsere Almen, die sich wahrscheinlich auch heuer fortsetzen wird. Damit das funktioniert, müssen allerdings die Almhütten wieder aufsperren, denn wenn nicht eingekehrt werden kann, ist das ein großes Problem.“ Im Hinblick auf die Tourismusstrukturreform werken die Verantwortlichen auch bereits an Konzepten, um Grazern die Weststeiermark schmackhafter zu machen. „Ein Schwerpunkt liegt darauf, aufzuzeigen, wie schnell die Weststeiermark mit den Öffis erreichbar ist und dass sich Tagesausflüge lohnen“, so Kern. Auch am Radkonzept wird geschraubt. Derzeit gibt es im Bezirk Voitsberg zwei E-Bike-Boxen, bei denen die Räder ausgeliehen werden können. „Da sollen noch zwei oder drei dazukommen, noch ist aber alles in Schwebe. Ich würde gern eine am Köflacher Bahnhof aufstellen, da wird es Gespräche mit dem Bürgermeister geben.“

Um den Gästen einiges bieten zu können, wird in den heimischen Betrieben kräftig investiert. Das 120 Millionen Euro schwere Hotelprojekt in Piber, das geplante Ratsch-Ressort an der Weinstraße oder kleinere Investitionen wie beim Weingut Mahorko unterstreichen diese Investitionsbereitschaft.

Allerdings sei die Region trotz der Investitionen „eine Ruheoase und sicherlich kein Kitzbühel“. „Die Unternehmer machen das Beste aus der Lage, obwohl die Unsicherheit auch unter ihnen groß ist. Eine klare Regelung seitens der Regierung fehlt bis dato“, schildert der Vorsitzende die Lage.