Große Nachfrage nach Winterurlaub

Weihnachten und Neujahr sind in den Tourismusregionen so gut gebucht wie vor der Pandemie – allerdings wird noch auf die Coronaverordnung gewartet.

Von Brigitte Kompatscher

brigitte.kompatscher@neue.at

D ie letztjährige Wintersaison war für die Vorarl­berger Tourismuswirtschaft Corona-bedingt so gut wie ein Totalausfall. Ein Lockdown hatte de facto fast alles zum Erliegen gebracht. In diesem Jahr schaut es bislang wieder deutlich besser aus. Heike Ladurner-Strolz ist die Landesvorsitzende der Österreichischen Hoteliervereinigung und betreibt gemeinsam mit ihrer Familie das familieneigene Hotel Zimba in Schruns.

Weihnachten und der Jahreswechsel seien „stark gebucht“, ebenso schaue es in der Faschingswoche aus, so ihre Erfahrungen bis dato. Anfragen würden derzeit tagtäglich reinkommen. Man merke, dass die Leute Angst hätten, in den Spitzenzeiten nichts mehr zu bekommen, erzählt Ladurner-Strolz. Auch bei den Kollegen klinge es so, als ob man wieder an Vor-Corona-Zeiten anknüpfen könne, sagt die Branchenvertreterin.

Lust am Skifahren. „Es schaut nicht schlecht aus“, sagt Sandra Brutscher von Kleinwalsertal Tourismus in Hinblick auf die Buchungslage für Weihnachten und Silvester. „Wir haben schon einige Buchungen.“ Allerdings werde diesbezüglich sicher noch mehr passieren, ist sie überzeugt. Die deutschen Gäste hätten wieder große Lust aufs Skifahren, stellt sie fest, „und wir sind vorbereitet und hoffen auf einen guten Winter.“ Derzeit warte man aber noch auf die Verordnung des Bundes.

Konkrete Zahlen gibt es aktuell auch bei Montafon Tourismus nicht. Allerdings seien einige Buchungen vom Vorjahr auf die heurige Saison verschoben worden, wird auf Anfrage mitgeteilt. „Wir haben derzeit eine gute positive Grundauslas­tung.“ Die Nachfrage liege im ­normalen Bereich, sprich in jenem wie vor der Pandemie, heißt es.

Laufend Anfragen. Noch gibt es am Arlberg zwischen Weihnachten und Dreikönig freie Betten, „aber generell schaut es derzeit so aus, dass die ­Hochsaison so gut gebucht ist wie vor Corona“, informiert Hermann Fercher, Tourismusdirektor in Lech. Dazu würden auch laufend ­Anfragen kommen. „Alles davor, dazwischen und danach wird sich entscheiden“, so Fercher. Er befürchtet, dass das auch in anderen Jahren vorhandene sogenannte ­Jänner-Loch in der kommenden Saison durch die Pandemie noch ein wenig stärker ausfallen könnte.

Bei den Buchungen lässt sich laut Fercher eine gewisse Verlagerung hin zu Gästen aus der D-A-CH-Region ausmachen, allerdings hätten sich heuer auch wieder einige Besucher aus den USA angemeldet. Der asiatische Raum sei derzeit hingegen „am Boden“. Rund zehn bis zwölf Prozent der Lech-Zürs-Urlauber stammen laut dem ­Tourismusdirektor von außerhalb Europas.

„Sehr gut“ ist die Buchungslage über die Feiertage zwischen Weihnachten und Dreikönig auch im Bregenzerwald, bestätigt Cornelia Kriegner von Bregenzerwald Tourismus – „ähnlich wie in den Jahren vor Corona“. Über die Feiertage gebe es vereinzelt aber noch in allen Kategorien freie Betten, heißt es aus der Region.

Zuletzt hatte es Kritik von der Präsidentin der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), Michaela Reitterer, gegeben, dass die neue Coronaverordnung noch in der Luft hänge. Die neuen Corona-Vorschriften sind zwar von der Regierung schon vor drei Wochen öffentlich angekündigt­ und vorgestellt worden. Die entsprechende Verordnung des Gesundheitsministeriums liegt aber noch nicht vor.