Tourismusbilanz: 30 Prozent mehr Nächtigungen

Für Renovierungsarbeiten nutzten mehrere Betriebe die Zeit der Lockdowns

Wels. Um 30 Prozent mehr Nächtigungen als im Vorjahr verzeichneten die Mitglieder des Tourismusverbandes Region Wels für 2021. 172.594-mal wurden die 2800 Betten der 63 Mitgliedsbetriebe in Wels, Sattledt und Kremsmünster gefüllt.

Die Werte aus dem Rekordjahr 2019, in dem es 251.335 Übernachtungen gegeben hat, bleiben zwar unübertroffen. "Nach dem Lockdown im Frühjahr konnte sich der Tourismus in der Region aber schnell erholen. Dank des raschen Comebacks im Sommer blicken wir jetzt optimistisch auf das nächste Tourismusjahr in der Region", sagt Peter Jungreithmair, Geschäftsführer des Tourismusverbandes.

Die starke Wirtschaft, Urlaubsreisende und Sportveranstaltungen hätten ab April für Aufschwung gesorgt, im August und Oktober lagen die Werte sogar über jenen von 2019. Stärkster Monat war der August mit 26.111 Nächtigungen, der schwächste der Jänner mit 4879. Einen Einbruch brachte noch einmal der Lockdown im November, der zu Stornierungen bei Seminarveranstaltungen, Weihnachtsfeiern und Adventreisen geführt habe.

Die meisten Übernachtungen verzeichnete die Stadt Wels mit 133.644. In Sattledt waren es 21.353. Als Gewinner darf Kremsmünster gelten: Im Vergleich zu 2020 stiegen die Nächtigungen dort um rund 50 Prozent. Mit 17.597 waren es sogar um 317 mehr als vor Corona.

Betriebe investierten

Einige Häuser in Wels nutzten die Zeit der Lockdowns für Renovierungsarbeiten. "Wir haben es ausgenutzt, dass wir ohnehin zusperren mussten, und haben das gesamte Erdgeschoß erneuert", sagt Alexandra Platzer vom Bayrischen Hof.

So erneuerte sie mit ihrem Team die Seminarräume, Sanitäranlagen, die Bar und das gesamte Restaurant. "Wir haben sehr viel selbst gemacht, ich habe auch oft mitgeholfen", sagt Platzer, die auch das Hotel Alexandra führt. Sie habe auch die Gelegenheit genutzt, die Anlagen technologisch auf den neuesten Stand zu bringen: "Wir haben versucht, die Lehren aus der Pandemie gleich umzusetzen. In unseren Seminarräumen sind jetzt hybride Veranstaltungen möglich", sagt Platzer.

Auch Paul Schludermann hat in seinem Hotel Maxlhaid das Restaurant renoviert und ihm unter dem Namen "Hannibal" einen eigenen Markenauftritt verliehen. In einem neuen Anbau schuf er Platz für 14 zusätzliche Zimmer. "Uns ist sogar die Krise zugutegekommen, weil plötzlich die Baufirmen wieder Zeit hatten. Wir hatten ja schon zwei Jahre geplant", sagt Schludermann.

Für heuer sei er positiv gestimmt. "Vor allem viele Unternehmen brennen darauf, abgesagte Veranstaltungen endlich nachzuholen. Hält die Planung, wird es ein gutes Jahr", sagt er.

"Dank des raschen Comebacks im Sommer blicken wir jetzt mit Optimismus auf das nächste Tourismusjahr in der Region."

Peter Jungreithmair, Tourismusverband Region Wels

"Wir haben versucht, die Lehren aus der Pandemie gleich umzusetzen. In unseren Seminarräumen sind jetzt hybride Veranstaltungen möglich."

Alexandra Platzer, Hotels Bayrischer Hof und Alexandra

"Vor allem viele Unternehmen brennen darauf, abgesagte Veranstaltungen nachzuholen. Hält die Planung, wird es ein gutes Jahr."

Paul Schludermann, Hotel Maxlhaid