Urlaub in Österreich: Teurer, aber weiter beliebt

Heimischer Tourismus ortet starke Nachfrage für Sommer

Branche optimistisch. Die Pandemie hat den heimischen Sommertourismus in den vergangenen zwei Jahren auf den Kopf gestellt. See statt Meer, nah statt fern.

So lautete die Devise vieler Urlauber aus dem In- und Ausland aufgrund von Corona-Reisebeschränkungen.

Die heurige Sommersaison startet für Österreich unter geänderten Voraussetzungen. „Uns war klar, dass wir in den beiden Jahren viele geliehene Gäste hatten“, sagt Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV).

Nun scheint die Lust aufs Fliegen wieder da zu sein (siehe Artikel links). Wenn es um die Wahl des Urlaubsziels geht, fürchtet Veit zudem, „dass es auch um den Preis geht“. Denn wie in praktisch allen Wirtschaftsbereichen wird die Teuerung im Gefolge der Ukraine-Krise auch im Tourismus zuschlagen.

„Es wird Preisanpassungen geben müssen“, stellt der Salzburger Hotelier klar. „Die Energie- und die Lebensmittelkosten laufen uns davon. Dasselbe gelte für die Lohnkosten. Denn angesichts des Mitarbeitermangels(sieheArtikel unten) müssen Wirte und Hoteliers höhere Gehälter zahlen, um überhaupt an Personal zu kommen.

10 Prozent mehr

Wer nicht ohnehin schon lange im Vorhinein gebucht hat, muss laut Veit damit rechnen, dass der Sommerurlaub heuer um zehn Prozent teurer wird als im Vorjahr.

In anderen europäischen Ländern wird es ähnlich sein – die Teuerung macht vor den Grenzen innerhalb der EU nicht halt. Es lockt der billige All-inclusive-Urlaub in der Türkei oder in Ägypten.

Dennoch sind einheimische Branchenvertreter optimistisch. „Wir stellen eine starke Nachfrage fest“, sagt Christian Kresse, Chef der Kärnten Werbung. Der Run auf die Seen des Bundeslandes war in den zwei Corona-Sommern enorm, weshalb die großen Einbußen ausgeblieben sind.

In Tirol, das stark vom deutschen Markt abhängt, ist man ebenfalls optimistisch. „Die Lust, die Zeit und das Geld – es ist alles vorhanden bei unseren deutschen Gästen“, sagt Tirol-Werbung-Chefin Karin Seiler mit Bezug auf Befragungen.

Allzu hoch sind die Ziele aber nicht gesteckt: „Wenn wir das Ergebnis des Sommers im Vorjahr erreichen, ist das schon sehr gut. Da zählte man rund fünf Millionen Gäste, im Rekordjahr 2019 waren es 6,2 Millionen.