Sommer soll Winter beflügeln

Ein Rekordsommer fast so wie früher und ein Traumstart in die Wintersaison: Österreichs Touristiker haben derzeit wenig Grund zu klagen.

birgitta schörghofer salzburg. Wer hätte das gedacht: Anfang November noch ungewöhnlich warm mit 20 Grad, meinen es Väterchen Frost und Frau Holle jetzt umso besser. In vielen Skigebieten liegt frischer Schnee, die tiefen Nachttemperaturen erlauben eine ordentliche Grundbeschneiung: Die Skisaison, die erste normale nach zwei Coronawintern, ist gesichert. Schladming und Obertauern, die schon vergangenes Wochenende aufsperrten, vermelden einen „Traumstart“. Kommendes Wochenende gehen die nächsten Lifte reihenweise in Betrieb.

An alte Zeiten anschließen konnte bereits der Sommer. Die Zahl der Übernachtungen lag heuer nur knapp unter dem Vor-Corona-Niveau. Mit 77,88 Millionen Übernachtungen lag die Sommersaison laut vorläufigen Ergebnissen der Statistik Austria, die am Dienstag veröffentlicht wurden, um 1,4 Prozent unter dem Rekordergebnis von 2019 (78,93 Mill.). Gegenüber 2021 gab es ein Plus von 17,3 Prozent.

Fast ein Drittel der Gästenächtigungen von Mai bis Oktober kam aus dem Inland und sorgte damit für einen leichten Zuwachs von 1,7 Prozent gegenüber 2019. Mehr als stark zurückgekehrt sind nach der Coronapandemie die Urlauber aus Deutschland (plus 5,6 Prozent bei den Nächtigungen gegenüber 2019) sowie den Niederlanden (plus 7,1 Prozent). Der starke US-Dollar war wohl mitentscheidend, dass die Nächtigungen der Gäste aus den USA um 18,9 Prozent in die Höhe schnellten. Größtenteils weiter abwesend sind die Urlauber aus Asien. War China 2019 mit knapp einer Million Nächtigungen noch der wichtigste asiatische Herkunftsmarkt, gingen im heurigen Sommer die Buchungszahlen von dort um 93,7 Prozent zurück, auch Japan präsentierte sich mit einem Minus von 85,3 Prozent als stark geschrumpfter Markt.

Bei der Art der Unterkünfte zeigte sich im Sommer, was sich im Winter fortsetzen könnte: Während die mittleren Segmente bis zur Dreisternehotellerie vermehrt unter Druck geraten, erzielten die gehobene Hotellerie sowie die Ferienwohnungen ein Plus von beinahe 30 Prozent.

Tourismusstaatssekretärin Susanne Kraus-Winkler erklärte am Dienstag zufrieden: „Die eindrucksvollen Zahlen belegen, dass dem österreichischen Tourismus das Comeback gelungen ist.“ Für den Winter gab sie das Ziel aus, „das Ergebnis des Sommers zu wiederholen“.